Bereits im Herbst bei der Aussaat von Winterungen kannst du vorbeugend tätig werden. Die Bekämpfung von Schadpilzen im Getreide beginnt nicht erst mit der Wahl eines angepassten Fungizids im Frühjahr. Insbesondere der Befall mit dem echten Getreidemehltau (lat. Blumeria graminis) kannst du durch gezielte vorbeugende Maßnahmen in seiner Ausprägung deutlich reduzieren.

Nach den Vorgaben des integrierten Pflanzenschutzes solltest du diese vorbeugenden Maßnahmen vor dem Einsatz chemischer Mittel treffen.

Der echte Mehltau benötigt bestimmte Witterungsbedingungen, um eine Epidemie auslösen zu können:

  • Eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von über 70 %
  • Geringe Windgeschwindigkeiten
  • Eine Temperatur von 16 - 22° C.

Zur Vermeidung von Problemen mit echtem Mehltau im Getreide haben wir für dich fünf Tipps für ein vorbeugendes Management zusammengestellt:

Tipp 1: Resistente Sorten anbauen

Wenn eine Getreidesorte gegenüber dem echten Getreidemehltau resistent ist, so kann dieser die Pflanze nicht infizieren. Sie hat sozusagen bereits die natürlichen Abwehrstoffe parat. Schau in die beschreibende Sortenliste – dort kannst du die unterschiedlichen Anfälligkeiten als Grundlage für die angepasste Sortenwahl heranziehen.

Tipp 2: Den richtigen Aussaattermin wählen

Damit der echte Mehltau die jungen Getreidepflanzen infizieren kann, benötigt er passende Umweltbedingungen. Dafür braucht er eine relative Luftfeuchte von > 70 % und ausreichend hohe Temperaturen. Diese Bedingungen werden bei Winterungen zu einer späten Aussaat nicht mehr erreicht. Daher unser Tipp, wenn Du Mehltaubefall bereits im Herbst vermeiden willst: Wähle einen späten Aussattermin!  

Bei Sommerungen ist es genau andersherum. In diesen Fällen solltest du ein möglichst frühen Aussaattermin wählen, damit der Mehltau nicht schon zu Beginn dein Getreide infizieren kann.

Tipp 3: Den richtigen Standort wählen

Das ist der schwierigste Teil, keiner kann so einfach seinen Acker tauschen. Allerdings kannst du darauf Rücksicht nehmen, dass in Senken und Lagen mit wenig Wind eher Sorten angebaut werden, die dem Standort angepasst sind, sprich: Wähle wenig anfälligen Sorten für Befallsstandorte. 

Tipp 4: Bodenbearbeitung zur Befallsminderung durchführen

Echter Mehltau ist ein sogenannter obligat, biotropher Schaderreger, das heißt er braucht lebendes, grünes Pflanzengewebe um zu überleben. Da der Mehltau sehr spezialisiert auf seinen jeweiligen Wirt ist, sollte eine möglichst lange Unterbrechung in der Vegetation erfolgen. Lasse Ausfallgetreide nicht zu lange stehen, da in diesem Fall eine sogenannte grüne Brücke entstehen kann. Denn dabei wird das neu ausgesäte Getreide durch Ausfallgetreide infiziert.

Tipp 5: Düngestrategie anpassen

Hohe Stickstoffüberschüsse im Boden führen zu einem erhöhten Befall mit echtem Mehltau im Getreide. Eine bedarfsgerechte Düngung kann deinen Befall schon vorab in Grenzen halten.

Wenn alle deine vorbeugenden Maßnahmen nicht erfolgreich waren, dann solltest du schnell handeln und den Bestand mit einer Fungizidmaßnahme absichern. Beachte bei der Behandlung die geltenden Schadschwellen.

Verwende am besten ein Fungizid mit einer ausgesprochen guten Leistung gegen echten Mehltau. Breitbandfungizide weisen oft Wirksamkeitslücken gegen echten Mehltau auf. Kontrolliere den Behandlungserfolg einige Tage nach der Applikation. Bei erneutem Befall mit echtem Mehltau solltest in jedem Fall ein Wirkstoffwechsel für die nächste Behandlung einplanen, um einer Resistenzentwicklung vorzubeugen.